Stadt präsentiert Siegerentwurf für das neue Tor zum Campus
01.06.2026 22:07
Gelsenkirchens Bildungsoffensive tritt in die nächste Phase ein: Nachdem seit einigen Monaten bereits die Bagger auf dem Gelände des künftigen Bildungs- und Innovationscampus (BIC) zum Bau des neuen Schwimmbads rollen, hat die Stadt am heutigen Montag (1. Juni) den Siegerentwurf für das erste zentrale Bildungs- und Innovationsgebäude auf dem Campus vorgestellt. Wie zu hören war, soll 2030 das neue Haus bereits stehen.
„Mit dem heutigen Tag gehen wir den nächsten wichtigen Schritt, um die Angebote der beruflichen Bildung sowie die Wirtschafts- und Innovationsförderung in unserer Stadt enger zu verzahnen und qualitativ auf ein ganz neues Level zu heben“, sagt Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
„Die enge Zusammenarbeit der Stadt mit Partnern aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft wird künftig an diesem prominenten Ort in der nördlichen City ein neues Zuhause haben. Und ich freue mich sehr, dass dieses Zuhause jetzt zusehends Gestalt annimmt und wir nun wissen, wie es aussehen wird!“
In das neue Gebäude, das so genannte Campus-Tor, soll als Hauptnutzer das Berufskolleg für Technik und Gestaltung (btg) einziehen. Das btg bereitet über 2.200 Schülerinnen und Schüler in Bereichen wie Ingenieurwesen, Medien und Design auf den Berufseinstieg und weitere Bildungsgänge vor. Die Schule pflegt enge Verbindungen zur Industrie und zum Handwerk und spielt eine zentrale Rolle für die regionale Fachkräfteentwicklung.
Neben dem btg sind weitere Nutzungen für das zentrale Campus-Gebäude geplant: Die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen will Räume mieten, zudem wird an neuen Angeboten wie einem Maker Space, einer Campus-Gastronomie sowie einem Kompetenzzentrum für berufliche Orientierung gearbeitet.
„Wir entwickeln mit diesem Gebäude das Tor zu einem künftigen Markenzeichen unserer Stadt, dem Gelsenkirchener Bildungs- und Innovationscampus“, so Andrea Henze weiter. „Mit dem Campus erhöhen wir die Sichtbarkeit von beruflicher Bildung und Innovationsförderung und verbessern unser Angebot. Vor allem aber müssen wir heute sagen: Mit dem Bau des jetzt vorliegenden Siegerentwurfs setzen wir einen bedeutenden städtebaulichen Akzent.“
Die Stadt Gelsenkirchen hatte einen Architektur-Wettbewerb zur Umsetzung der ambitionierten Planungen ausgeschrieben. Über 40 Büros nahmen an dem Wettbewerb teil, aus dem schließlich nach einem mehrstufigen Verfahren C.F. Møller Architects mit Hauptsitz im dänischen Aarhus als Sieger hervorging.
„Der Entwurf von C.F. Møller Architects hat uns durch seine architektonische Qualität, sein klares städtebauliches Konzept und seine Fähigkeit, berufliche Bildung und öffentliches Leben zusammenzuführen, überzeugt“, so Gelsenkirchens Stadtbaurat Christoph Heidenreich. „Der Entwurf schafft beides: einen für die Stadtgesellschaft offenen Ort, an dem aber auch das Berufskolleg für Technik und Gestaltung eine starke Identität entwickeln kann.“
Herzstück des von C.F. Møller Architects entworfenen Gebäudes soll ein offenes Erdgeschoss werden, das als zugänglicher „Anker“ in die Stadt und Stadtgesellschaft wirken soll. Hier wird es ein großzügiges Foyer geben, einen zentralen Campus-Treffpunkt für die Öffentlichkeit, aber auch Nutzungsflächen wie schulische Werkstätten. Das soll Begegnungen und Interaktionen zwischen Lernenden, Besucherinnen und Besuchern sowie externen Partnern ermöglichen.
„Durch die Öffnung des Erdgeschosses und starke visuelle Verbindungen im gesamten Gebäude schaffen wir eine transparente und einladende Lernumgebung“, sagt Julian Weyer, Partner und Architekt bei C.F. Møller Architects. Die oberen Geschosse bieten spezialisierte Unterrichtsbereiche kombiniert mit flexiblen Zonen, die unterschiedliche Lernformate und interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstützen.“
„Der Siegerentwurf passt perfekt zu dem, was wir im Berufskolleg für Technik und Gestaltung anstreben“, erklärt Dr. Uwe Krakau, Leiter des btg. „Wir wollen Schülerinnen und Schülern in den unterschiedlichen Bildungsgängen die Chance zu einem weitgehend selbstregulierten Lernen bieten und sie dabei optimal unterstützen. Das wird in diesen Räumen hervorragend möglich sein. Das ermöglicht einen Bildungsimpuls nicht nur für unsere Stadt, sondern in die Region hinein.“
Holz-Hybridkonstruktion
Die vorgesehene Konstruktion des Neubaus basiert überwiegend auf einem Holz-Hybridsystem, das sowohl im Innenraum als auch in der Fassade sichtbar bleiben soll. Staffelartige Terrassen fügen sich harmonisch in das Stadt-Umfeld ein und schaffen zugleich zugängliche Außenräume. Balkone und begrünte Bereiche zur Förderung des gemeinsamen Lernens und sozialer Interaktionen sind ebenso vorgesehen.
Die Außenräume sollen durch grüne Inseln, bepflanzte Zonen und offene Wege in das Campusdesign integriert werden, um die Orientierung zu verbessern und die Gebäude miteinander zu verbinden. Werkstätten im Erdgeschoss werden so geplant, dass sie sich zu diesen Bereichen öffnen und flexible Nutzungen sowie eine stärkere Verbindung zwischen Campus und Stadt ermöglichen sollen.
„Das Projekt vereint Bildung, öffentliches Leben und urbane Vernetzung in einem gemeinsamen Rahmen und schafft so einen zeitgemäßen Campus für berufliche Ausbildung und Innovation“, sagt Julian Weyer.
„Wir freuen uns und sind stolz darauf, einen so attraktiven und überzeugenden Siegerentwurf zu erhalten“, sagt Bastian Scholz, technischer Geschäftsführer der Gelsenkirchener Entwicklungsgesellschaft mbH. Der Beitrag von C.F. Møller Architects habe sich im Wettbewerb auch gegen weitere starke Entwürfe durchsetzen müssen.
Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge
Die Wettbewerbsbeiträge der letzten Auswahlrunde werden in einer von der Stadt Gelsenkirchen organisierten Ausstellung präsentiert. Die Ausstellung zeigt Präsentationstafeln und Modelle von fünf Architekturbüros und ist vom 1. Juni bis zum 9. Juli 2026 im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11, Gelsenkirchen, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Über C.F. Møller Architects
C.F. Møller Architects gehört zu den führenden Architekturbüros Skandinaviens und blickt auf ein Jahrhundert architektonischer Arbeit in der nordischen Region und international zurück. Das Büro verfügt über Standorte in Berlin, Aarhus, Kopenhagen, Aalborg, Oslo, Malmö, Stockholm und Göteborg sowie über umfassende Erfahrung in der Planung von Bildungs- und Gesundheitsbauten.
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